23/7 tight laced & stringently corsetted! Corsets, High Heels & Balletboots forced a bizarre body modification and a ultra feminine figure.   

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 Kleidung für Eleganz & Schönheit 

Schon lange vor der christlichen Zeitrechnung diente die Kleidung dem Menschen nicht mehr nur dem Schutz vor Kälte und Wind, sondern in wachsendem Maße auch seiner Selbstdarstellung. Kleidung war und ist ein Zeichen des Standes und des Reichtums, Ausdruck der Persönlichkeit.
So oft im Laufe der Jahrhunderte auch die Mode wechselte, zumeist war der  Oberkörper der Frauen eng gekleidet und die Taille betont. Zu dieser Betonung wurden allerlei Tricks ersonnen, die später zur Erfindung des Korsetts führten. Waren es am Anfang noch einfache hemdartige Kleidungsstücke, die mehr oder weniger eng auf den Körper geschnürt wurden, so erreichte man, oder besser Frau damit schon bald nicht mehr die gewünschte Wirkung.
Um die Taille noch stärker zu betonen, mussten die „Leibchen“ verstärkt werden und etwa ab dem 17. Jahrhundert kann man bei diesen Kleidungsstücken von Korsetts sprechen, mehr oder weniger steif und so gestaltet, dass der Oberkörper der Damen, insbesondere die Taille, damit geschnürt werden konnten.
Im gleichen Maße, wie im Laufe der Zeit das Aussehen der Kleider feiner und kunstvoller wurde, Schneiderkunst und Stoffe sich entwickelten, wurde auch das Korsett vom verstärkten Schnürleibchen zu einer ausgeklügelten, millimetergenauen mechanischen Konstruktion.

So lange es existierte, wurde es von Frauen und Männern geliebt und gleichermaßen als einengendes Unterdrückungsinstrument verschrien. Zeitweise verschwand es fast völlig aus der Mode, um dann meist enger und steifer als zuvor wieder aufzutauchen.
Während der Schneiderberuf ein traditioneller Männerberuf ist, lag das Handwerk der Korsettherstellung und auch die Weiterentwicklung dessen meist in den Händen der Frauen.
Obwohl im 19. Jahrhundert die Stimmen gegen das Tragen von Korsetts immer lauter wurden und Ärzte nach dem damaligen Stand der Medizin einige Gefahren durch das enge Zusammenschnüren des Oberkörpers sahen, gab es in dieser Zeit kaum eine Frau, die kein Korsett trug.
Die Entwicklung des Korsetts nahm in dieser Zeit einen ungeheuren Aufschwung. Durch die Erfindung der Nähmaschine war das Korsett als Massenprodukt herstellbar und somit für alle gesellschaftlichen Schichten bezahlbar. Industrie und Mode förderten aus verständlichen Gründen einen allgemeinen Bedarf daran.
Doch letztendlich waren es die Damen selbst, die danach verlangten, denn zumindest ab einer bestimmten gesellschaftlichen Schicht war es besonders für junge Frauen wichtig, neben Intelligenz und guten Manieren eine nach damaligen Verständnis besonders attraktive Figur zu haben. Für diese Attraktivität war es unumgänglich, ein Korsett zu tragen und trotz manchem Wechsel in der Mode war der allgemeine Trend, die weibliche Taille und den Oberkörper durch enges Schnüren schlanker zu machen als sie es von Natur aus sein konnten und so die weiblichen Rundungen zu betonen.
Die Entwicklung der Korsetts im 19. Jahrhundert, die Fertigung mit Nähmaschinen in Verbindung mit neuen Materialien, Metallschliessen und Stäben aus rostfreiem Stahl, ermöglichte den Damen eine engere Schnürung als zuvor, natürlich nicht ohne körperliche Folgen, denn bei engerer Schnürung musste die gesamte Konstruktion steifer und fester sein, was wiederum einschränkender auf die Beweglichkeit und Mobilität der korsettierten Damen wirkte. Doch diese Einschränkung verlieh der Dame ihre einzigartige Eleganz und Ausstrahlung, erlaubte das Korsett doch weder unbedachte hastige Bewegungen noch eine nachlässige Körperhaltung.
Die Damen des 19. Jahrhunderts wurden von frühester Jugend an ein Leben im Korsett gewöhnt und es war für sie ganz normal, dadurch in ihren Bewegungsmöglichkeiten und in ihrer Lebensweise eingeschränkt zu sein. So unverständlich dies nach heutiger Lebensauffassung auch erscheinen mag, wurde damals eine körperliche Einschränkung durch strenge Korsettierung von den Damen selbst gefordert und galt als Privileg eines gehobenen Standes. Es wurde von den Damen keineswegs als Unterdrückung ihrer Persönlichkeit empfunden, sich eng zu schnüren und ein steifes Korsett tragen zu „müssen“, wie es heute im Allgemeinen dargestellt wird. Eine enge und steife Korsettierung galt als Statussymbol der Dame, so wie es heute schick ist, ein besonders teures Auto zu fahren, bestimmte Markensachen zu tragen, das neueste Handy und den neuesten Computer zu besitzen.
Es scheint für eine Frau der Gegenwart schwer vorstellbar und noch schwerer akzeptabel zu sein, ein Leben in einem Korsett, mit derartigen körperlichen Einschränkungen zu führen, wie es damals für eine Frau normal war. Das allerdings weniger, weil es heute wirklich unmöglich ist, als vielmehr aus den selben gesellschaftlichen Gründen und Moralvorstellungen, nach denen es im 19. Jahrhundert unmöglich war, KEIN Korsett zu tragen!
Die damalige Mode sah das Korsett als ganz normale Unterkleidung an und ein junges Mädchen wurde, wiederum je nach sozialem Stand, von frühester Jugend an daran gewöhnt, ein Korsett zu tragen. Dabei war die Schnürung mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht so eng wie heute in manchen unterhaltsamen Geschichten beschrieben wird, was nicht bedeutet, dass das Korsett in jedem Falle besonders am Anfang als bequem empfunden wurde, aber die allmähliche Gewöhnung daran und die Tatsache, dass ein Korsett allgemein üblich war, machten es für eine Dame damals wesentlich einfacher, ihre Korsettierung zu akzeptieren. Der grösste Unterschied und Vorteil gegenüber Heute war aber zweifellos die Gewöhnung an eine ständige Einschnürung des Oberkörpers von frühester Jugend an. Dabei wurde der Oberkörper am Anfang kaum wirklich enger
geschnürt, sondern vielmehr das Wachstum durch das Korsett beeinflusst und Taille und Oberkörper ganz allmählich eingeengt, so dass sich am Ende des Wachstums die gewünschte Figur ergab. Der Körper war nach einigen Jahren vollständig an das Korsett gewöhnt und es wurde von den Damen weder als Einengung noch als Einschränkung empfunden, sondern gehörte einfach dazu. Sicherlich gab es auch damals schon Extreme. Manche Dame erreichte ihre Wespentaille durch zweifelhafte ungesunde Schnürung, was Kritiker zum Anlass nahmen, das Korsett zu verteufeln. Doch die Regel war das nicht, sondern vielmehr war das Korsett mit all seinen Auswirkungen ein normales Kleidungsstück der Damen und zeitweise auch der Herren!
Lässt man moralische Bedenken und gesellschaftliche Normen einmal ausser Acht, so dürften sich die Empfindungen einer Dame von damals oder von heute kaum unterscheiden, wenn sie in ein Korsett geschnürt wird. Je nach eigener Einstellung dazu kann das von totaler Begeisterung und erotischem Empfinden der Enge bis zu totaler Ablehnung reichen. Wenn im 19. Jahrhundert ein junges Mädchen im Alter von 12 bis 14 Jahren zum ersten mal in ihr erstes echtes Korsett geschnürt wurde, war es zu Beginn sicher nicht unbedingt immer davon begeistert, denn obwohl - wie bereits erwähnt - in den meisten Fällen weit weniger eng geschnürt wurde,
wie heute dargestellt wird, geschah dies doch mit aller Konsequenz. Die Lockerung einer Schnürung bei kleinen Unannehmlichkeiten war ebenso tabu wie nicht unbedingt Rücksicht auf Komfort oder Wohlbefinden der Dame genommen wurde. Sie wurde so wie es sich für ihren gesellschaftlichen Stand gehörte, korsettiert und hatte dies zu akzeptieren. Die erwähnten standesgemässen Unterschiede waren den Damen dabei klar und die Notwendigkeit der Korsetts stand ausser Zweifel.
Damals war es ebenso „in“ ein Korsett zu tragen, wie es heute moralisch angezweifelt wird. Ein Korsett gilt heute allgemein als überflüssig, auch weil es Anstrengungen und Einschränkungen bedeutet und diese zumindest am Anfang nicht freiwillig akzeptiert werden, letzten Endes besteht keine Notwendigkeit aus gesellschaftlicher Sicht dazu und wer macht schon etwas ohne Notwendigkeit?!
Doch neben der direkten körperlichen Auswirkung hat eine echte Korsettierung auch
erhebliche Auswirkungen auf die Psyche.
Wird die restriktive Wirkung eines Korsetts zunächst als notwendiges Übel zur Erzielung einer gewünschten Figur empfunden, ist sie doch letztendlich ausschlaggebend für die einzigartige Ausstrahlung und die elegante Erscheinung einer korsettierten Dame.
Erst die mehr oder weniger starken Einschränkungen sind es, die der Dame im Korsett die einmalige Eleganz und die Ausstrahlung verleihen.

Eine Dame, die sich dessen bewusst ist, kann damals wie heute am Korsett und auch an den damit verbundenen Einschränkungen Gefallen finden.

ElEleganz kontra Bequemlichkeit?

Wie kommt es, dass elegante Kleidung zumeist nicht sonderlich bequem ist, bzw umgekehrt, bequeme, legere Kleidung nicht unbedingt Eleganz versprüht?

Ebenso wie es heute als unnötig, ja unsinnig oder ungesund dargestellt wird für eine Frau, ein Korsett zu tragen, wird unablässig ein neues anzustrebendes Schönheitsideal verkündet: Natürliches, jugendliches Aussehen bis ins hohe Alter sollte heute das höchste anzustrebende Ziel einer Frau sein. Dafür sind alle Mittel recht: Chemische Produkte, UV-Strahlen in Solarien, kostenintensive Schönheitsfarmen und chirurgische Eingriffe. Tatsächlich geht es  ums Geschäft. Im Grunde kein Unterschied zu der Auffassung vor 150 Jahren, wonach eine Frau eben ein Korsett zu tragen hatte, für das Ausehen der Damen allerdings zweifellos von Vorteil gegenüber heute...
Eine Frau ohne Korsett - selbst wenn sie eine „Korsettfigur“ gehabt hätte - verkörperte auch damals nicht unbedingt das Ideal. Ohne Korsett fehlte jene Eleganz der Haltung und Bewegung, die unzweifelhaft durch die einschränkende Wirkung des Korsetts kommt.
Man kann also ernsthaft davon ausgehen, dass Ausstrahlung und Eleganz einer Dame im Korsett in direktem Zusammenhang mit den körperlichen Einschränkungen durch das Korsett stehen.
Obwohl meist vorrangig die Wirkung des Korsetts auf die Figur betrachtet wird, sind die Auswirkungen einer Korsettierung weit größer - dabei kommt es nicht so sehr auf eine besonders enge Schnürung an. Wenn heute eine Frau ein Korsett trägt, kann sie das mehr oder weniger oft oder gelegentlich tun, oder sie kann sich täglich eng schnüren und im Korsett leben, mit allen Konsequenzen, die das mit sich bringt.
Im Unterschied zu früher hat sie die Wahl. Was früher für Frauen unausweichlich war, ist heute freier Entschluss.
Ständig ein Korsett zu tragen, bedeutet Anstrengung, Aufwand und Einschränkungen und führt unweigerlich zum Verlust einiger Freiheiten, besonders einiger Bewegungsfreiheiten. Wie kommt es aber, dass eine Dame im Korsett besonders elegant und attraktiv wirkt?
Bei einer Dame im Korsett wird die Kleidung in erster Linie dazu dienen, ihre Figur und  Schönheit hervorzuheben, Bequemlichkeit und Zweckmässigkeit werden mit hoher Wahrscheinlichkeit zweitrangig sein. Doch warum spielt die Kleidung eine so bedeutende Rolle? Wir erinnern uns der Erkenntnis, dass „ Kleider Leute machen.“....
Die Kleidung unterstreicht die Aussergewöhnlichkeit, bewirkt aber eine mehr oder weniger starke Verringerung der Natürlichkeit, denn von Natur aus ist der Mensch nackt! Diese Verringerung und Einschränkung der Natürlichkeit hat - zumindest in bestimmten Fällen - direkt Auswirkungen auf das, was wir allgemein als Eleganz  bezeichnen:
Beispielsweise gelten zierliche Füsse und der Gang einer Dame auf hohen Absätzen allgemein, zum Glück auch heute noch, als elegant, aber warum?  Zum Einen wirken die Beine auf hohen Absätzen länger, also unnatürlicher, zum anderen aber wird der natürliche Gang, je höher die Absätze sind, zunehmend erschwert.
Anstatt natürlich schnell und ohne nachzudenken und hinzusehen los zu schreiten, ist eine Dame auf hohen Absätzen gezwungen, vorsichtige kleinere Schritte zu machen, bewusst oder unbewusst die Stellen zu wählen, wo sie hintritt. In engen, modischen Schuhen mit dünnen Absätzen wird die Standfläche - nüchtern betrachtet - absichtlich auf ein Minimum verringert, sicher nicht, um mehr Bequemlichkeit zu bieten! Vielmehr wird es der Dame dadurch noch schwerer gemacht, sich fortzubewegen. Auch wenn es kein Modeschöpfer oder Designer zugeben würde: Erst eine gewisse Unzweckmässigkeit und Unbequemlichkeit bewirkt, dass die simple Art des Gehens auf hohen, dünnen Absätzen zur Ästhetik wird.
Die höchstmögliche Absatzhöhe ist erreicht, wenn der Spann ganz gestreckt ist und eine Linie mit dem Bein bildet. Das ist in hohem Maße unnatürlich und in solchen Schuhen zu gehen, ist unmöglich bequem, sondern sehr anstrengend. Zwar bewirkt ständiges Tragen von Schuhen mit sehr hohen Absätzen eine gewisse Gewöhnung und Dehnung des Fusses, mit der Zeit fällt es leichter, mit ganz gestrecktem Fuss zu gehen, doch schon wegen der minimierten Standfläche wird der Gang keinesfalls natürlich, sondern wird immer ein hohes Maß an Eleganz behalten.
Genau das erklärt auch die Wirkung anderer Kleidungsstücke, erst recht von Korsetts: Beispielsweise die in der Vergangenheit übliche Verbreitung feiner enger Handschuhe bei den Damen, die im Winter zu kalt und im Sommer zu heiss waren, also letztlich nicht dem Zweck dienten zu wärmen. Zweck war auch hier wieder die Förderung der Eleganz. Eine Dame wird bemüht sein diese zumeist hellen Handschuhe nicht zu beschmutzen, deshalb wird sie nicht alles anfassen, sich nirgends festhalten oder abstützen. Sie wird vorsichtiger und bewusster hantieren.
Wenn die Handschuhe sehr eng sind, ist es fast unmöglich, die Hand zur Faust zu ballen, die Dame wird also die Finger möglichst ausgestreckt lassen, dadurch wirken Finger und Hände noch schmaler und schlanker.
Die engen, hellen Handschuhe der Damen des 19. Jahrhunderts dienten also einzig allein der Förderung der Eleganz, indem sie die natürliche Funktion der Hände einschränkten.
Ein weiteres Beispiel ist die schon sehr früh erkannte Wirkung hoher Kragen oder Halskrausen. In vergangenen Jahrhunderten waren solche teilweise auch in der Männermode verbreitet. Damen und Herren mussten damit ihren Kopf hoch erhoben und mehr oder weniger unbeweglich halten. Die spanische Mode des 15. Jahrhunderts förderte diese Art der Eleganz, und auch im 19. Jahrhundert waren hochgeschlossene Hemden und Kleider modern. Damenkleider bekamen enge, hohe, gestärkte und mit Fischbein verstärkte Kragen, die bis unter das Kinn reichten. So gekleidet gingen die Damen stets hoch erhobenen Hauptes, war eine andere Haltung doch kaum möglich. Die Männermode war nicht viel bequemer. Die „Vatermörder“, die Kragen der Herrenhemden, machten es auch nicht angenehm, den Kopf hängen zu lassen. Also trug  Mann den Kopf entsprechend erhoben. Wer würde das schon immer und überall von sich aus machen? Das sprichwörtliche Hochtragen des Kopfes kommt nicht von ungefähr und steht auch für Eleganz und Grazie. Wenn eine elegant gekleidete Dame von damals lediglich den „ Blick senkte“, war das bedingt durch die einschränkende Wirkung der damals üblichen Kleidung. Woran sicher besonders die Korsetts einen großen Anteil hatten. Unzweifelhaft ist die optische Wirkung des  Korsetts auf die Figur. Egal, ob es der Dame durch Aussehen und Körperbau zunächst zum Vorteil gereicht, hat sie erst einmal eine andere, eine unnatürliche Figur, die sie von anderen Frauen unterscheidet. Je nach ihren körperlichen Möglichkeiten und ihren eigenen Anstrengungen beim Korsetttragen wird diese Figur mehr oder weniger ausgeprägt. Doch das ist nur die eine Seite, davon ist sie noch nicht elegant, hat noch nicht die Ausstrahlung!
Denn neben der figürlichen Veränderung ist es  besonders die körperliche Einschränkung, die die korsettierte Dame elegant, graziös und damit weiblicher erscheinen lässt. Jede Korsettierung bedeutet Einschränkung der Bewegungsmöglichkeiten und Einengung des Körpers. Unabhängig davon, ob das Korsett dabei eine besonders spektakuläre Figur macht, bekommt die Dame dadurch eine elegante, weibliche Ausstrahlung, wiederum umso stärker, je einschränkender das Korsett wirkt. Das erklärt auch, warum manch besonders enge Schnürung nicht unbedingt elegant oder ästhetisch wirkt. So bewirkt ein sehr eng geschnürtes Taillenmieder zwar eine spektakuläre Figur, fördert aber kaum elegante Bewegungen oder Haltung, weil es die Beweglichkeit nicht besonders eingeschränkt. Im Gegensatz dazu bewirkt ein steifes und hohes Korsett, auch wenn es nicht immer eine spektakuläre Taille formt, eine erhebliche Einschränkung für die Dame, was die Beweglichkeit betrifft und, je enger es geschnürt ist, was Atmung und Leistungsfähigkeit betrifft. Eng geschnürt ist die Körperhaltung der Dame vorbestimmt und die Bewegungsmöglichkeiten sind eingeschränkt. Die so korsettierte Dame bewegt sich bedächtiger, vorsichtiger, eleganter.
Die Korsetts wurden im Laufe der Zeit nicht nur weiterentwickelt, unm eine maximale Figurveränderung zu erzielen, sondern auch um maximale Eleganz auszuprägen! Den Abschluss der Korsettentwicklung bildeten die Geradefront- und S-Line Korsetts.
Diese wurden im ursprünglichen Sinne zur Reduzierung des Druckes auf die Organe im Becken und zur Vermeidung des durch enge Schnürung hervorgedrückten Bauches entwickelt. Deshalb wurden diese zunächst auch als „Gesundheitskorsetts“  bezeichnet. Ich überlasse die Diskussuion über die evtl. Unterschiede zwischen S- Line und Geradefront den Korsettmachern, die dieses Thema tagelang ohne Ergebnis erläutern können. Fakt ist, dass neben dieser „gesundheitsfördernden“ Auswirkung ein solches Korsett der Trägerinn auch eine ausgesprochen elegante Erscheinung verleiht, selbst wenn Sie das Korsett
nicht aus diesem Grunde trägt.
Eine Dame in einem engen S-line Korsett hat kaum eine Wahlmöglichkeit ihrer Körperhaltung. Sie wird Brust und Kopf heben, die Schultern zurück drücken und ein möglichst ausgeprägtes Hohlkreuz machen. In dieser unnatürlichen, aber zweifellos äusserst eleganten Körperhaltung wird ihr Oberkörper vom Korsett nahezu fixiert. Unabhängig, ob diese Art der Korsettierung gesünder für den Unterleib ist als andere Korsetts oder nicht, die steife Körperhaltung ist in hohem Maße unnatürlich, unpraktisch und zumindest am Anfang nicht gerade bequem. Doch seltsamerweise wirkt gerade eine so korsettierte Dame  besonders elegant und graziös. Auch wenn die S-line Korsetts vielleicht wirklich unter gesundheitlichen Aspekten entwickelt wurden, was gelegentlich angezweifelt wird, erkannte die Damenwelt, sicher nicht ohne Motivation durch die damaligen Herren, sogleich eine große Chance, mit diesen Korsetts eine noch elegantere Silhouette zu schaffen.
Das Korsett bewirkt also neben der Figurveränderung, je restriktiver es ist, eine Zunahme der Eleganz und der weiblichen Ausstrahlung. Dies ist auch zutreffend, wenn von der Figurveränderung durch das Korsett nichts zu sehen ist, beispielsweise durch darüber getragene Kleidung.
Freilich gilt dies nur für diese Auffassung von Eleganz! Wer unter Eleganz zugleich uneingeschränkte Natürlichkeit versteht, kommt zwangsläufig zu einem anderen Schluss.
Unzweifelhaft ist so eine Auffassung heute wie auch früher nicht kompromissloss auszuleben.
Auch spielen gesundheitliche Aspekte eine Rolle, die früher nicht oder weniger bekannt waren und deshalb unbeachtet blieben. Die Frauen, die damals so konsequent korsettiert wurden, hatten deshalb einiges zu ertragen. Für sie war ein solches Leben aber Normalität. Für ein junges Mädchen bedeutete es einen Schritt zum Erwachsenwerden, in ihr erstes richtiges Korsett geschnürt zu werden. Es war einerseits unausweichlich, andererseits aber auch weibliches Attribut. Je stärker geschnürt, je strenger korsettiert, umso schicker und eleganter fühlte sich die Dame, um so aussergewöhnlicher war sie!  Erst diese Einstellung zu der Sache machte das Leben für die Frauen damals erträglich, die Damen trachteten höchst selbst danach, möglichst eng geschnürt zu werden, teilweise unter völliger Missachtung gesundheitlicher Gefahren!
Ein Leben im Korsett zu führen und Gefallen daran zu finden, ist auch heute noch möglich, aber in erster Linie eine Lebensauffassung. Eine Dame mit dem Wissen um die Auswirkung enger Korsettierung, wird nicht verloren geglaubten Freiheiten ohne Korsett nachtrauern oder ihre Kleidung nach der Bequemlichkeit auswählen, sondern sie wird ihre Einzigartigkeit im Korsett geniessen und sich ihrer Eleganz bewusst sein.
 Unzweifelhaft ist es aber für eine Frau HEUTE ungleich schwerer, diesen Lebensstil zu verfolgen und ganz elegante Dame zu sein, als früher, wo in bestimmten gesellschaftlichen Schichten keine Alternative dazu bestand.

Abschliessend einige Bemerkungen zu den heute wieder verstärkt in Mode kommenden Korsetts, die oftmals auch bei Prominenten und Stars in den Medien oder auf der Bühne zu sehen sind. Manche Andeutung dessen ist in der aktuellen Mode wiederzufinden und es gibt eine Vielzahl sehr preiswerter Angebote. Die meisten haben aber nur den Namen mit den traditionellen Produkten gestandener Korsettmacher gemein, sind relativ weich und flexibel, so dass der Trägerinn möglichst kaum körperliche Einschränkungen entstehen, was sicherlich erst einmal als bequem empfunden und als Qualitätsmerkmal verstanden wird, und letztlich verkaufsfördernd ist. Doch abgesehen davon, dass die wenigsten dieser „ Korsetts“ in der Lage sind, eine wirklich gute Figur zu formen, sind sie letztlich nur ein schickes Accessoire und haben  kaum Auswirkungen auf die  Eleganz und Ausstrahlung der Trägerinnen.

 Wobei wir wieder bei der Bequemlichkeit angekommen sind, und wieder bei der Erkenntnis, dass diese wohl offenbar wirklich zugleich Eleganz ausschliesst!

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